3. Projekttreffen im Forschungsprojekt VISA

Das bereits dritte Projekttreffen des Forschungsprojektes VISA fand in München beim Partner Collax GmbH statt. Die Agenda war prall gefühlt, da diverse Punkte besprochen werden mussten, weshalb das Treffen bis in den Abend hinein sich hinzog. Im ersten Schritt wurde die Collax-Umgebung genauer betrachtet und vorgestellt. Dabei liegt der Hauptschwerpunkt auf Virtualisierung und das relativ einfache Bereitstellen verschiedener Services (E-Mails, FTP, Web, DMZ etc.) durch Linux-Betriebssysteme. Hinzu kommt die Bereitstellung von Cluster-Plattformen, um eine Hochverfügbarkeit anbieten zu können. Konfigurations-Wizards helfen dem IT-Administrator durch die Einrichtung zu kommen, ohne ein Spezialwissen erlangen zu müssen. Ein Cluster wird mittels DRBD bei Collax umgesetzt, damit kein zentrales Storage-System (NAS oder SAN) zum Einsatz kommen muss. DRBD hat allerdings so seine Tücken, die bei Collax durch eine aktiv-aktiv-Konfiguration anscheinend gelöst wurden. Laut Collax sind mit DRBD zudem sehr hohe Leistungen möglich, die eine Transferrate von 1,5 GByte/s über gebündelte 10GE-Leitungen erreichen können. Das Ziel einer möglichst einfachen Konfiguration wird bei Collax dadurch gelöst, dass nur die notwendige Infrastruktur angezeigt wird. Dies ist auch eine Zielsetzung des VISA-Projektes.

3. Projekttreffen bei Collax

Anschließend berichtete die remote zugeschaltete NICTA von Australien aus, wie der Status vom OMF sich gerade verhält. Zudem war man bis mittags live zugeschaltet, um auch die Diskussion der Teilnehmer mitzubekommen, bevor die Zeitverschiebung eine weitere Teilnahme unmöglich machte. Bei OMF ist die Version 6.0 gerade als Prototyp fertig geworden. Es wird allerdings noch die Version 5.0 empfohlen, da diese "stable" ist. Virtualisierung ist bisher noch kein Bestandteil, soll aber in der Version 6 mit angegangen werden. Zusätzlich wird gerade Erfahrung mit OpenStack gesammelt, das bei der NICTA in Testumgebung installiert wurde und stabil läuft. Bereits jetzt ist diese Cloud intern komplett ausgebucht, was für die Stabilität und Performance spricht. Das Monitoring wird durch Ganglia vorgenommen, um Serverstatistiken sammeln und auswerten zu können.

Nach den ersten Ergebnissen wurde der Projektverlauf von der DECOIT präsentiert. Die Berichte für AP3 und AP4 wurden angefangen, wobei allerdings momentan die Bündelung der Entwicklungsarbeiten im Vordergrund stehen sollten. Die Testphase sollte jetzt der Implementierungsphase weichen. Nach wie vor scheint die Ausrichtung der verschiedenen Partner zu heterogen zu sein. Als Ziele wurde am Ende des Projektes folgendes festgelegt:

  1. Eine VSA sollte unabhängig von ihrer Umgebung einsetzbar sein
  2. Der gemeinsame Nenner aller Partnerentwicklungen ist libvirt mit KVM
  3. Mittels des OVF-Formats sollten VSAs beliebig migriert werden können
  4. Dem Topologie-Editor kommt eine zentrale Bedeutung zu

3. Projekttreffen bei Collax

Im Detail wurden auch die Arbeiten aus AP3 und AP4 diskutiert und festgelegt. Im Meeting stellte Collax noch seine aktuellen Arbeiten an einer grafischen Benutzeroberfläche vor, die auf den Namen Spotlight hört. Damit können beliebig viele Collax-Server zukünftig verwaltet werden. Server-Informationen werden durch Agenten gesammelt und zentral zur Verfügung gestellt. Wizards und Templates ermöglichen ein einfaches Konfigurieren. Zusätzlich stand das Thema IPv6 auf der Tagesordnung, welches einen immer größeren Stellenwert bekommt, da IPv4-Adressen für Provider heute nicht mehr zur Verfügung stehen. Die Umsetzung auf die Collax-Umgebung ist aber alles andere als einfach, wie die Präsentation ergab und wird sich noch etwas hinziehen. Abschließend erläuterte die FH Dortmund ihre Tests zum Managementtool oVirt für virtuelle Umgebungen. Damit sind theoretisch 10.000 Rechner verwaltbar und ist für Datacenter auch entwickelt worden. oVirt wurde ebenfalls live gezeigt und mit Spotlight verglichen. Weitere Tests müssen folgen, um sich auf einen Ansatz festlegen zu können.

Abschließend konnte man durchaus mit den Ergebnissen des Treffens zufrieden sein. Als gemeinsame Zielsetzung wurde verabredet, dass man einen Topologie-Editor benötigt, der die virtuellen Server-/Netzinhalte in XML schreibt, um diese anderen Umgebungen (z.B. OpenStack) anbieten zu können. Eine zusätzliche Abstraktionsebene wird dafür benötigt, um eine flexible Ansteuerung und die Unabhängigkeit der VSAs zu ermöglichen. Die Arbeiten daran müssen jetzt angegangen werden, um innerhalb des Projektzeitplans bleiben zu können. VISA befindet sich daher auf einem gutem Weg die gesetzten Ziele erreichen zu können.